Die Dinnete ist eine schwäbische Spezialität, die an den elsässischen Flammkuchen erinnert, aber mit einer dickeren Teigbasis überzeugt. Diese rustikale Variante mit Lauchzwiebeln, Frühlingszwiebeln mit langem grünem Stiel, Kartoffeln und würzigem Bergkäse vereint herzhafte Aromen zu einem authentischen Gericht aus Südwestdeutschland. Der knusprige Boden trägt eine cremige Schicht aus Schmand und Kartoffelscheiben, während der geschmolzene Bergkäse für eine goldbraune Kruste sorgt. Diese Dinnete eignet sich perfekt für gemütliche Abende und lässt sich wunderbar mit einem frischen Salat kombinieren.
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Zutaten
Utensilien
Zubereitung
1. Den Hefeteig vorbereiten
Das Mehl in eine große Rührschüssel sieben und in der Mitte eine Mulde formen. Die Trockenhefe mit dem lauwarmen Wasser vermischen und in die Mulde gießen. Mit etwas Mehl vom Rand bestäuben und etwa 10 Minuten ruhen lassen, bis sich kleine Bläschen bilden. Das Olivenöl und das Salz hinzufügen. Alle Zutaten mit den Händen zu einem geschmeidigen Teig verkneten, der sich vom Schüsselrand löst. Den Teig zu einer Kugel formen, mit einem feuchten Tuch abdecken und an einem warmen Ort etwa 60 Minuten gehen lassen, bis sich das Volumen verdoppelt hat.
2.
Während der Teig ruht, die Kartoffeln gründlich waschen und schälen. Mit einem scharfen Messer oder einer Mandoline, einem Küchengerät zum gleichmäßigen Schneiden dünner Scheiben, in etwa 2 Millimeter dünne Scheiben schneiden. Je dünner die Scheiben, desto knuspriger wird das Ergebnis. Die Kartoffelscheiben in eine Schüssel geben und leicht salzen. Beiseite stellen.
3.
Die Lauchzwiebeln putzen, den Wurzelansatz entfernen und die welken äußeren Blätter abziehen. Sowohl den weißen als auch den grünen Teil in feine Ringe schneiden. Die Ringe in kaltem Wasser kurz abspülen und in einem Sieb gut abtropfen lassen. Das entfernt überschüssige Schärfe und sorgt für einen milderen Geschmack.
4.
Den Schmand in eine Schüssel geben und mit einer Prise frisch geriebener Muskatnuss, schwarzem Pfeffer und dem Kümmel würzen. Gut verrühren, bis eine homogene Masse entsteht. Diese Mischung bildet die cremige Grundlage für den Belag und verhindert, dass der Teig zu trocken wird.
5.
Den Backofen auf 220 Grad Celsius Ober- und Unterhitze vorheizen. Falls vorhanden, einen Pizzastein auf die mittlere Schiene legen und miterhitzen. Der heiße Stein sorgt für einen besonders knusprigen Boden. Alternativ ein Backblech mit Backpapier auslegen und ebenfalls vorheizen.
6.
Die Arbeitsfläche leicht bemehlen. Den gegangenen Teig aus der Schüssel nehmen und kurz durchkneten, um überschüssige Luft zu entfernen. Den Teig in zwei gleich große Portionen teilen. Jede Portion mit einem Nudelholz zu einem rechteckigen oder ovalen Fladen von etwa 3 bis 4 Millimeter Dicke ausrollen. Die Dinnete soll dünner sein als eine Pizza, aber dicker als ein Flammkuchen.
7.
Die ausgerollten Teigfladen auf mit Backpapier ausgelegte Backbleche oder Pizzaschieber legen. Die Schmand-Mischung gleichmäßig auf den Teigflächen verteilen, dabei einen Rand von etwa 1 Zentimeter frei lassen. Die Kartoffelscheiben dachziegelartig, leicht überlappend wie Dachziegel, auf der Schmandschicht anordnen. Die Lauchzwiebelringe darüber verteilen. Zum Schluss den geriebenen Bergkäse großzügig über die gesamte Fläche streuen.
8.
Die belegten Dinnete nacheinander in den vorgeheizten Ofen schieben. Auf dem Pizzastein oder dem heißen Backblech etwa 20 bis 25 Minuten backen, bis der Teigrand goldbraun und knusprig ist und der Käse schön geschmolzen und stellenweise gebräunt ist. Die Kartoffeln sollten weich sein und an den Rändern leicht bräunen. Falls nötig, die Temperatur in den letzten Minuten auf 240 Grad erhöhen, um eine schönere Bräunung zu erzielen.
9.
Die fertig gebackene Dinnete aus dem Ofen nehmen und etwa 2 Minuten ruhen lassen. Mit einem Pizzaschneider oder einem scharfen Messer in rechteckige oder quadratische Stücke schneiden. Noch warm servieren, damit der Käse schön cremig bleibt und die Aromen sich optimal entfalten.
Tipp vom Chefkoch
Für einen noch authentischeren Geschmack kann der Teig bereits am Vortag zubereitet und über Nacht im Kühlschrank gehen gelassen werden. Dies entwickelt zusätzliche Aromen. Den Teig etwa 30 Minuten vor der Verarbeitung aus dem Kühlschrank nehmen, damit er Raumtemperatur annimmt. Wer keine Lauchzwiebeln findet, kann auch normale Zwiebeln verwenden, diese sollten aber sehr fein geschnitten und vorher kurz in Butter angeschwitzt werden, um die Schärfe zu mildern. Der Bergkäse lässt sich durch Gruyère oder einen würzigen Emmentaler ersetzen, für eine vegetarische Variante mit mehr Tiefe können auch einige Esslöffel Crème fraîche unter den Schmand gerührt werden.
Passende Weinbegleitung
Zur Dinnete mit Lauchzwiebeln, Kartoffeln und Bergkäse empfiehlt sich ein trockener Weißwein aus der Region, beispielsweise ein Silvaner oder ein Müller-Thurgau aus Baden-Württemberg. Diese Weine besitzen eine angenehme Säure, die die Cremigkeit des Schmands ausgleicht und die würzigen Noten des Bergkäses unterstreicht. Alternativ passt ein Grauburgunder mit seiner fruchtigen Note hervorragend zu den Lauchzwiebeln. Wer lieber Bier trinkt, sollte zu einem hellen Lagerbier oder einem Weizenbier greifen, das die rustikale Charakteristik der Dinnete wunderbar ergänzt.
Zusätzliche Info
Die Dinnete, auch Dünnele oder Dünne genannt, ist eine traditionelle schwäbische Spezialität, die vor allem in der Region um Stuttgart und im Schwabenland verbreitet ist. Der Name leitet sich vom schwäbischen Dialektwort für ‚dünn‘ ab und bezieht sich auf den flach ausgerollten Hefeteig. Historisch gesehen war die Dinnete ein Arme-Leute-Essen, das aus einfachen, regional verfügbaren Zutaten zubereitet wurde. Bauern backten sie oft nach dem Brotbacken im noch heißen Ofen, um die Restwärme zu nutzen.
Im Gegensatz zum elsässischen Flammkuchen, der mit einem sehr dünnen Teig ohne Hefe zubereitet wird, verwendet die Dinnete einen Hefeteig, der etwas dicker ausgerollt wird. Dies verleiht ihr eine luftigere, brotähnlichere Konsistenz. Traditionell wurde die Dinnete mit Schmand oder Sauerrahm bestrichen und mit Zwiebeln und Speck belegt. Im Laufe der Zeit entwickelten sich zahlreiche regionale Varianten mit unterschiedlichen Belägen wie Kartoffeln, Lauch, Käse oder auch süßen Versionen mit Äpfeln und Zimt.
Die Dinnete ist eng mit der schwäbischen Vesperkultur verbunden, bei der am späten Nachmittag eine deftige Mahlzeit mit Brot, Wurst, Käse und Wein genossen wird. Sie wird oft bei geselligen Zusammenkünften serviert und direkt vom Blech gegessen, was ihren rustikalen, gemeinschaftlichen Charakter unterstreicht.



