Die deftige Gemüsesuppe mit Suppenfleisch gehört zu jenen Gerichten, die nicht nur den Magen füllen, sondern auch die Seele wärmen. In der kalten Jahreszeit, wenn draußen der Wind pfeift und die Temperaturen sinken, sehnt man sich nach einer kräftigen Mahlzeit, die Energie spendet und gleichzeitig unkompliziert in der Zubereitung ist. Diese traditionelle Suppe vereint zartes Rindfleisch mit einer Vielzahl an Gemüsesorten zu einem harmonischen Ganzen, das sowohl als Vorspeise als auch als vollwertiges Hauptgericht dienen kann.
Was diese Suppe besonders macht, ist ihre Vielseitigkeit und die Möglichkeit, sie hervorragend vorzubereiten. Am Vortag gekocht, entwickelt sie sogar noch mehr Geschmack, da die Aromen Zeit haben, sich zu entfalten und miteinander zu verschmelzen. Das Suppenfleisch wird während des langen Kochvorgangs butterzart und gibt seine wertvollen Nährstoffe an die Brühe ab. Gleichzeitig nehmen die Gemüsesorten die fleischigen Aromen auf und bilden eine reichhaltige Grundlage für diese sättigende Mahlzeit.
25
150
facile
€€
Zutaten
Utensilien
Zubereitung
1. Das Fleisch vorbereiten und ansetzen
Spüle das Suppenfleisch unter kaltem Wasser gründlich ab und tupfe es mit Küchenpapier trocken. Schneide es in etwa 5 bis 6 cm große Stücke, damit es gleichmäßig gart. Gib das Fleisch in den großen Suppentopf und füge das kalte Wasser hinzu. Setze den Topf auf den Herd und bringe das Wasser langsam zum Kochen. Wichtig ist, dass du das Fleisch mit kaltem Wasser ansetzt, damit sich die Aromen besser entfalten können. Sobald das Wasser zu kochen beginnt, reduziere die Hitze auf mittlere Stufe. In den ersten 10 Minuten bildet sich an der Oberfläche ein grauer Schaum, den du mit dem Schaumlöffel vorsichtig abschöpfst. Dieser Schaum besteht aus Eiweißresten und Verunreinigungen, die die Brühe trüben würden. Je sorgfältiger du abschäumst, desto klarer wird deine Suppe später.
2. Die Gewürze hinzufügen
Nachdem du den Schaum entfernt hast, gibst du die Lorbeerblätter, die Pfefferkörner und die Wacholderbeeren in die Brühe. Die Wacholderbeeren verleihen der Suppe eine leicht würzige Note, die besonders gut zum Rindfleisch passt. Füge auch das getrocknete Suppengrün und die Rinderbrühwürfel hinzu. Lasse alles bei schwacher Hitze köcheln. Köcheln bedeutet, dass die Flüssigkeit nur ganz leicht blubbert, aber nicht stark sprudelt. Das Fleisch benötigt etwa 90 Minuten, um schön zart zu werden. Während dieser Zeit solltest du gelegentlich nach dem Topf schauen und bei Bedarf etwas Wasser nachgießen, falls zu viel verdampft ist.
3. Das Gemüse vorbereiten
Während das Fleisch köchelt, hast du genügend Zeit, das Gemüse vorzubereiten. Schäle die Karotten, den Sellerie und die Petersilienwurzel. Schneide die Karotten in etwa 2 cm dicke Scheiben oder Stücke. Den Sellerie würfelst du in etwa gleichgroße Stücke. Die Petersilienwurzel schneidest du ebenfalls in mundgerechte Würfel. Schäle die Zwiebeln und halbiere sie. Schneide jede Hälfte in Viertel. Putze den Lauch gründlich, indem du ihn der Länge nach aufschneidest und unter fließendem Wasser ausspülst. Zwischen den Schichten versteckt sich oft Sand. Schneide den Lauch in etwa 1 cm breite Ringe. Die Kartoffeln schälst du und schneidest sie in größere Würfel, etwa 3 cm groß, damit sie nicht zerfallen.
4. Das Gemüse zur Suppe geben
Nach etwa 90 Minuten Kochzeit sollte das Fleisch bereits weich sein. Teste dies, indem du ein Stück mit einer Gabel eindrückst. Es sollte sich leicht zerteilen lassen. Nun gibst du zuerst die Karotten, den Sellerie und die Petersilienwurzel in den Topf. Diese Gemüsesorten benötigen etwas länger zum Garen. Lasse sie etwa 15 Minuten mitkochen. Danach fügst du die Zwiebeln, den Lauch und die Kartoffeln hinzu. Diese Zutaten brauchen nur noch etwa 20 bis 25 Minuten, bis sie gar sind. Schmecke die Suppe mit Salz ab. Sei vorsichtig mit der Salzmenge, da die Brühwürfel bereits Salz enthalten. Lieber nach und nach nachwürzen, als zu viel auf einmal zu verwenden.
5. Die Suppe fertigstellen
Sobald alle Gemüsesorten weich sind und die Kartoffeln gar, aber nicht zerfallen, ist deine Suppe fertig. Nimm den Topf vom Herd und lasse die Suppe noch etwa 5 Minuten ruhen. In dieser Zeit setzen sich die letzten Schwebstoffe ab. Wasche die frische Petersilie, schüttle sie trocken und hacke sie fein. Streue die Petersilie über die Suppe, kurz bevor du sie servierst. Die frische Petersilie gibt der deftigen Suppe eine angenehme Frische und hebt den Geschmack. Wenn du die Suppe am Vortag zubereitest, bewahre sie im Kühlschrank auf und erwärme sie am nächsten Tag langsam. Dabei entwickelt sie noch mehr Aroma.
Tipp vom Chefkoch
Wenn du die Suppe noch gehaltvoller machen möchtest, kannst du einen Esslöffel Tomatenmark mit anrösten, bevor du das Wasser hinzugibst. Das verleiht der Brühe eine schöne Farbe und einen zusätzlichen Geschmack. Eine weitere Möglichkeit ist, die Zwiebelhälften in einer Pfanne ohne Fett anzurösten, bis sie leicht schwarz werden. Diese gerösteten Zwiebeln geben der Suppe eine tiefere, karamellisierte Note. Falls du keine Wacholderbeeren zur Hand hast, kannst du stattdessen einen Zweig Rosmarin verwenden. Achte darauf, dass du das Fleisch nicht bei zu hoher Hitze kochst, sonst wird es zäh statt zart.
Passende Getränke zur deftigen Gemüsesuppe
Zu dieser kräftigen Gemüsesuppe mit Suppenfleisch passt am besten ein leichter bis mittelkräftiger Rotwein. Ein Zweigelt aus Österreich oder ein Spätburgunder aus Deutschland harmonieren hervorragend mit dem würzigen Rindfleisch und den erdigen Gemüsearomen. Diese Weine sind nicht zu schwer und übertönen nicht die feinen Nuancen der Suppe.
Wer lieber Weißwein trinkt, kann zu einem kräftigen Grauburgunder oder einem Weißburgunder greifen. Diese Weißweine haben genug Körper, um mit der Substanz der Suppe mitzuhalten. Für Bierliebhaber empfiehlt sich ein helles Landbier oder ein ungefiltertes Kellerbier, das die rustikale Note der Suppe unterstreicht.
Zusätzliche Info
Die deftige Gemüsesuppe mit Suppenfleisch hat ihre Wurzeln in der traditionellen mitteleuropäischen Küche, besonders in Deutschland, Österreich und Böhmen. Seit Jahrhunderten gilt sie als Arme-Leute-Essen, das aus einfachen, aber nahrhaften Zutaten besteht. Früher verwendete man alle Teile des Rindes, die sich für langes Kochen eigneten, um nichts zu verschwenden.
Das Suppenfleisch, oft auch Tafelspitz oder Brustkern genannt, stammt aus Teilen des Rindes, die viel Bindegewebe enthalten. Dieses Bindegewebe wandelt sich während des langen Kochens in Gelatine um, die der Brühe Körper und eine seidige Textur verleiht. In vielen Familien wird diese Suppe von Generation zu Generation weitergegeben, wobei jede Familie ihre eigenen kleinen Geheimnisse und Variationen hat.
Besonders in der kalten Jahreszeit, wenn körperliche Arbeit viel Energie verlangte, war diese Suppe ein vollwertiges Hauptgericht, das alle notwendigen Nährstoffe lieferte. Heute schätzt man sie nicht nur wegen ihres Geschmacks, sondern auch wegen ihrer wohltuenden Wirkung bei Erkältungen. Die heiße Brühe mit ihren Mineralien und Vitaminen stärkt das Immunsystem und wärmt von innen.



