Die türkische Pide gehört zu den beliebtesten Spezialitäten der anatolischen Küche und erobert seit Jahren die heimischen Öfen in Deutschland. Dieses Fladenbrot, eine Art türkische Pizza, überzeugt mit einem knusprigen Teigrand und einer herzhaften Hackfleischfüllung, die traditionell mit Gewürzen wie Kreuzkümmel und Paprika verfeinert wird. Anders als die italienische Pizza besitzt die Pide ihre charakteristische Kahnform mit hochgezogenen Rändern, die das saftige Topping perfekt umschließen. In türkischen Bäckereien wird sie in speziellen Steinöfen bei sehr hohen Temperaturen gebacken, doch mit den richtigen Kniffen gelingt das aromatische Fladenbrot auch im heimischen Backofen genauso knusprig und authentisch. Die Zubereitung erfordert etwas Zeit für den Hefeteig, belohnt aber mit einem Geschmackserlebnis, das an einen Urlaub am Bosporus erinnert.
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Zutaten
Utensilien
Zubereitung
1. Den Hefeteig vorbereiten
Das lauwarme Wasser in eine große Schüssel geben und die Trockenhefe sowie den Zucker einrühren. Diese Mischung etwa 10 Minuten ruhen lassen, bis sich Schaum bildet. Das Aktivieren der Hefe ist wichtig, damit der Teig später schön aufgeht. Anschließend das Mehl, Salz und 2 EL Olivenöl hinzufügen und alles zu einem geschmeidigen Teig verkneten. Mit der Küchenmaschine dauert dieser Vorgang etwa 8 Minuten, von Hand benötigt man circa 15 Minuten. Der Teig sollte elastisch sein und sich vom Schüsselrand lösen.
2. Den Teig ruhen lassen
Den Teig zu einer Kugel formen, mit dem restlichen Olivenöl einreiben und in der abgedeckten Schüssel an einem warmen Ort etwa 60 Minuten gehen lassen. Der Teig sollte sein Volumen verdoppeln. Dieser Schritt ist entscheidend für die luftige Konsistenz der Pide. Während der Teig ruht, kann man die Füllung vorbereiten.
3. Die Hackfleischfüllung zubereiten
Die Zwiebeln fein würfeln und in einer Pfanne mit etwas Öl glasig dünsten. Das Hackfleisch hinzufügen und unter Rühren krümelig braten. Mit Salz, Pfeffer, Knoblauchpulver, Paprikapulver und Kreuzkümmel würzen. Das Tomatenmark einrühren und die Petersilie untermengen. Die Masse etwa 10 Minuten bei mittlerer Hitze köcheln lassen, bis die Flüssigkeit verdampft ist. Die Füllung sollte nicht zu feucht sein, damit der Teig nicht durchweicht. Anschließend vollständig abkühlen lassen.
4. Den Backofen vorheizen
Den Backofen auf höchster Stufe, idealerweise 250 Grad Celsius Ober- und Unterhitze, vorheizen. Wenn vorhanden, den Pizzastein bereits mit aufheizen lassen. Ein gut vorgeheizter Ofen ist das Geheimnis für einen knusprigen Boden. Mindestens 30 Minuten Vorheizzeit einplanen.
5. Den Teig formen
Den aufgegangenen Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche in 4 gleich große Portionen teilen. Jede Portion zu einer ovalen Form von etwa 25 cm Länge und 15 cm Breite ausrollen. Der Teig sollte etwa 5 mm dick sein. Die Ränder etwas dicker lassen als die Mitte, damit sie beim Backen schön hochstehen.
6. Die Pide füllen und formen
Die Hackfleischmischung gleichmäßig auf der Mitte der Teigfladen verteilen, dabei einen Rand von etwa 2 cm freilassen. Die langen Seiten nach innen einschlagen und die Enden spitz zusammendrücken, sodass die typische Kahnform entsteht. Diese Schiffchenform ist charakteristisch für die türkische Pide und verhindert, dass die Füllung herausläuft.
7. Mit Ei bestreichen
Das Ei verquirlen und die Ränder der Pide damit bestreichen. Den Sesam über die Ränder streuen. Diese Glasur sorgt für die appetitliche goldbraune Farbe und den knusprigen Biss der Teigränder.
8. Die Pide backen
Die vorbereiteten Pide auf mit Backpapier ausgelegte Bleche legen oder direkt auf den vorgeheizten Pizzastein setzen. Im heißen Ofen etwa 15 bis 20 Minuten backen, bis die Ränder goldbraun und knusprig sind. Je nach Ofenleistung kann die Backzeit variieren. Die Pide sind fertig, wenn der Boden fest ist und die Ränder schön gebräunt sind.
9. Servieren
Die fertigen Pide aus dem Ofen nehmen und etwa 3 Minuten ruhen lassen. Vor dem Servieren in Stücke schneiden oder ganz auf einer Platte anrichten. Traditionell wird Pide mit frischem Salat, Joghurt und Zitronenspalten serviert.
Tipp vom Chefkoch
Für einen besonders knusprigen Boden eine Schale mit Wasser auf den Ofenboden stellen. Der entstehende Dampf sorgt für eine krosse Kruste, ähnlich wie beim Brotbacken. Wer keinen Pizzastein besitzt, kann das Backblech auf der untersten Schiene vorheizen und die Pide darauf backen. Die Hackfleischfüllung lässt sich hervorragend vorbereiten und einen Tag im Kühlschrank aufbewahren. Für eine vegetarische Variante kann das Hackfleisch durch klein gewürfeltes Gemüse wie Paprika, Zucchini und Auberginen ersetzt werden. Der Teig kann auch am Vortag zubereitet und über Nacht im Kühlschrank gehen gelassen werden, was ihm noch mehr Geschmack verleiht.
Passende Getränke zur türkischen Pide
Zur herzhaften Hackfleisch-Pide passt traditionell ein türkischer Ayran, ein erfrischendes Joghurtgetränk mit Salz, das die würzige Füllung perfekt ergänzt. Alternativ harmoniert ein leichter Rotwein aus der türkischen Ägäisregion, etwa ein Öküzgözü, wunderbar mit den orientalischen Aromen. Für Bierliebhaber empfiehlt sich ein helles Lagerbier, das die Geschmacksintensität ausgleicht. Auch schwarzer Tee, wie er in der Türkei traditionell in tulpenförmigen Gläsern serviert wird, bildet einen authentischen Begleiter zu diesem Gericht.
Zusätzliche Info
Die Pide stammt ursprünglich aus der türkischen Schwarzmeerregion und hat sich über Jahrhunderte zu einem Nationalgericht der Türkei entwickelt. Der Name leitet sich vom persischen Wort pita ab, was Brot bedeutet. In der Türkei gibt es zahlreiche regionale Varianten: von der klassischen Kıymalı Pide mit Hackfleisch über Käse-Pide bis hin zu Varianten mit Spinat oder Sucuk, der türkischen Knoblauchwurst. Traditionell wird Pide in speziellen Pide-Öfen gebacken, die Temperaturen von über 300 Grad erreichen. In türkischen Großstädten findet man an jeder Ecke Pideci, spezialisierte Restaurants, die ausschließlich verschiedene Pide-Sorten anbieten. Das Gericht wird oft zum Frühstück oder als Hauptmahlzeit gegessen und gilt als perfektes Soulfood für gesellige Runden.



