Kartoffel-Pfannkuchen: Rezept für besondere Crêpes vom Sternekoch | Bayern 1 | Radio | BR.de

Die Kartoffel-Pfannkuchen des Sternekochs aus Bayern verbinden die rustikale Tradition der deutschen Küche mit raffinierten Zubereitungstechniken. Diese besonderen Crêpes unterscheiden sich deutlich von den klassischen französischen Varianten durch ihre herzhafte Kartoffelbasis und ihre charakteristische goldbraune Textur. In der bayerischen Gastronomie haben sich diese Pfannkuchen als vielseitige Spezialität etabliert, die sowohl als Hauptgericht mit herzhaften Beilagen als auch als eigenständige Mahlzeit serviert werden kann. Die Kombination aus geriebenen Kartoffeln, Eiern und Mehl ergibt eine außergewöhnliche Konsistenz, die außen knusprig und innen zart bleibt. Der Sternekoch hat das traditionelle Rezept verfeinert und teilt seine professionellen Techniken, damit auch Hobbyköche zu Hause ein Restaurant-Ergebnis erzielen können.

25

20

moyen

Zutaten

Personen +

Utensilien

Zubereitung

1. Vorbereitung der Kartoffeln

Die Kartoffeln gründlich unter fließendem Wasser waschen und mit einem Küchentuch trocken reiben. Wichtig ist, dass die Kartoffeln nicht geschält werden, da die Schale zusätzliche Stärke und Geschmack liefert. Mit einer feinen Küchenreibe die Kartoffeln direkt in eine große Schüssel reiben. Das Reiben sollte zügig erfolgen, damit die Kartoffeln nicht oxidieren und braun werden. Die geriebenen Kartoffeln in ein sauberes Küchentuch geben und über der Spüle kräftig ausdrücken, um überschüssige Flüssigkeit zu entfernen. Dieser Schritt ist entscheidend für knusprige Pfannkuchen. Die ausgepressten Kartoffeln zurück in die Schüssel geben.

2. Zubereitung des Teigs

Die drei Eier in einer separaten Schüssel aufschlagen und mit dem Schneebesen verquirlen. Das Mehl durch ein Sieb zur Eiermasse geben und gründlich verrühren, bis keine Klümpchen mehr vorhanden sind. Das Sieben macht den Teig luftiger und verhindert Mehlklumpen. Die Milch langsam unter ständigem Rühren hinzufügen. Mit Salz, einer Prise Muskatnuss und frisch gemahlenem schwarzem Pfeffer würzen. Die Gewürze sollten dezent dosiert werden, um den Kartoffelgeschmack nicht zu überdecken. Die Ei-Mehl-Mischung zu den ausgepressten Kartoffeln geben und mit einem Löffel gleichmäßig vermengen, bis eine homogene Masse entsteht. Den Teig etwa fünf Minuten ruhen lassen, damit das Mehl quellen kann.

3. Das richtige Braten

Eine große beschichtete Pfanne bei mittlerer Hitze erwärmen. Das Pflanzenöl und das Butterschmalz in die Pfanne geben und erhitzen, bis das Fett leicht zu schimmern beginnt. Die Kombination aus Öl und Butterschmalz verhindert das Anbrennen und sorgt für eine goldbraune Farbe. Die Temperatur ist perfekt, wenn ein Tropfen Teig sofort leicht brutzelt. Mit einer Schöpfkelle etwa drei Esslöffel Teig pro Pfannkuchen in die Pfanne geben. Den Teig mit dem Löffelrücken vorsichtig zu einem runden Fladen von etwa zwölf Zentimetern Durchmesser verstreichen. Nicht zu dick auftragen, damit die Pfannkuchen durchgaren können. Je nach Pfannengröße können zwei bis drei Pfannkuchen gleichzeitig gebraten werden.

4. Perfektes Wenden und Fertigstellen

Die Pfannkuchen etwa vier bis fünf Minuten auf der ersten Seite braten, bis der Rand fest wird und die Unterseite goldbraun ist. Nicht zu früh wenden, sonst zerfallen die Pfannkuchen. Mit einem breiten Pfannenwender vorsichtig wenden und weitere drei bis vier Minuten auf der anderen Seite braten. Die zweite Seite benötigt etwas weniger Zeit, da die Pfanne bereits durchgeheizt ist. Die fertigen Pfannkuchen auf Küchenpapier abtropfen lassen, um überschüssiges Fett zu entfernen. Im vorgeheizten Backofen bei 80 Grad warm halten, während die restlichen Pfannkuchen gebraten werden. Zwischen den Pfannkuchen jeweils etwas Fett nachgeben, damit sie nicht ankleben. Die Kartoffel-Pfannkuchen sollten außen knusprig und innen saftig sein.

Tipp vom Chefkoch

Der Sternekoch empfiehlt, die ausgepresste Kartoffelflüssigkeit nicht wegzuschütten, sondern kurz stehen zu lassen. Am Boden setzt sich wertvolle Kartoffelstärke ab, die nach dem Abgießen der Flüssigkeit dem Teig zugefügt werden kann. Dies verbessert die Bindung erheblich und macht die Pfannkuchen noch knuspriger. Eine weitere Profi-Technik besteht darin, einen Esslöffel geriebene Zwiebel zum Teig hinzuzufügen, was eine zusätzliche Geschmacksdimension schafft. Für besonders gleichmäßige Ergebnisse sollte die Pfannentemperatur konstant gehalten werden, indem zwischen den Bratdurchgängen kurz gewartet wird, damit sich die Hitze wieder gleichmäßig verteilt.

Weinbegleitung zu Kartoffel-Pfannkuchen

Zu diesen herzhaften Kartoffel-Pfannkuchen passt hervorragend ein trockener Riesling aus Franken, dessen fruchtige Säure die Röstaromen der Pfannkuchen ausgleicht. Alternativ harmoniert ein leichter Silvaner mit seiner mineralischen Note wunderbar mit dem erdigen Kartoffelgeschmack. Für Bierliebhaber empfiehlt sich ein bayerisches Helles oder ein ungefiltertes Kellerbier, das die rustikale Komponente des Gerichts unterstreicht. Wer alkoholfreie Getränke bevorzugt, kann einen gespritzten Apfelsaft oder einen Holunderblütenschorle reichen, deren leichte Süße einen angenehmen Kontrast zur herzhaften Speise bildet.

Zusätzliche Info

Die Kartoffel-Pfannkuchen, in Bayern auch als Reiberdatschi oder Reibekuchen bekannt, haben eine lange Tradition in der süddeutschen Küche. Ursprünglich als einfaches Bauernessen konzipiert, bei dem übrig gebliebene Kartoffeln verwertet wurden, haben sie sich zu einer geschätzten Spezialität entwickelt. In verschiedenen Regionen Deutschlands existieren unterschiedliche Varianten unter Namen wie Kartoffelpuffer, Reibekuchen oder Rösti. Die bayerische Version zeichnet sich durch eine besonders feine Reibung und die Zugabe von Eiern aus, was sie von der schweizerischen Rösti-Variante unterscheidet. Traditionell wurden sie in Schmalz gebraten, was ihnen ihren charakteristischen Geschmack verlieh. In der gehobenen Gastronomie haben Sterneköche diese volkstümliche Speise neu interpretiert und mit raffinierten Beilagen wie Räucherlachs, Crème fraîche oder Apfelmus kombiniert. Die Kartoffel-Pfannkuchen sind nicht nur in Bayern beliebt, sondern finden sich in ähnlicher Form in vielen europäischen Küchen, von den polnischen Placki ziemniaczane bis zu den jüdischen Latkes.

Drucken