Pindur: So einfach gelingt der würzige Dip vom Balkan

Die balkanische Küche überrascht mit einer Fülle an würzigen Dips und Aufstrichen, die weit über das bekannte Ajvar hinausgehen. Pindur, eine traditionelle Spezialität aus Serbien und Mazedonien, vereint geröstete Paprika, Auberginen und Tomaten zu einer samtigen Paste, die sowohl als Brotaufstrich als auch als Beilage zu gegrilltem Fleisch glänzt. Diese mediterrane Köstlichkeit erobert zunehmend auch hiesige Küchen, denn sie lässt sich mit wenigen Zutaten und überschaubarem Aufwand zubereiten. Der charakteristische rauchige Geschmack entsteht durch das Rösten des Gemüses, während Knoblauch und Gewürze für die typische Würze sorgen. Im Gegensatz zu Ajvar, der hauptsächlich aus Paprika besteht, bietet Pindur durch die Auberginen eine cremigere Konsistenz und eine zusätzliche Geschmackstiefe. Ob zum Frühstück auf frischem Brot, als Dip zu Rohkost oder als raffinierte Beilage zum Grillabend: dieser vielseitige Aufstrich bereichert jede Mahlzeit. Die Zubereitung erfordert zwar etwas Geduld beim Rösten und Schälen des Gemüses, doch das Ergebnis rechtfertigt jeden Handgriff. Wer einmal selbstgemachten Pindur gekostet hat, wird auf die industriell hergestellten Varianten gerne verzichten.

30

60

mittel

€€

Zutaten

Personen +

Utensilien

Zubereitung

1.

Den Backofen auf 220 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen. Die Paprikaschoten, Auberginen und Tomaten gründlich waschen und trocken tupfen. Das Gemüse auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und für etwa 40 bis 50 Minuten rösten, bis die Haut der Paprika und Auberginen Blasen wirft und stellenweise schwarz wird. Dieser Röstvorgang ist entscheidend für das typische rauchige Aroma des Pindur. Die Tomaten benötigen meist etwas weniger Zeit und können nach etwa 30 Minuten bereits weich sein.

2.

Das geröstete Gemüse sofort nach der Entnahme aus dem Ofen in eine Schüssel geben und mit einem Deckel oder Teller abdecken. Durch den entstehenden Dampf lässt sich die Haut später wesentlich leichter abziehen. Das Gemüse mindestens 15 Minuten ruhen lassen, damit es ausreichend abdampfen kann.

3.

Während das Gemüse abkühlt, die Knoblauchzehen schälen und sehr fein hacken. Je feiner der Knoblauch geschnitten wird, desto gleichmäßiger verteilt sich sein Aroma im fertigen Dip. In einer großen Pfanne etwa 3 Esslöffel Olivenöl erhitzen und den gehackten Knoblauch bei mittlerer Hitze glasig dünsten, ohne ihn braun werden zu lassen.

4.

Die Paprikaschoten vorsichtig schälen und dabei die verkohlte Haut vollständig entfernen. Den Strunk herausschneiden, die Schoten längs aufschneiden und alle Kerne sowie die weißen Trennwände sorgfältig entfernen. Das Fruchtfleisch in grobe Stücke schneiden. Die Auberginen ebenfalls schälen, halbieren und das weiche Fruchtfleisch vom Strunk trennen. Bei den Tomaten die Haut abziehen und das Fruchtfleisch grob zerkleinern.

5.

Das vorbereitete Gemüse zum glasig gedünsteten Knoblauch in die Pfanne geben. Das Tomatenmark, Paprikapulver, Zucker, Salz und Pfeffer hinzufügen. Alles gut vermischen und bei mittlerer Hitze etwa 15 bis 20 Minuten köcheln lassen, dabei regelmäßig umrühren. Das Köcheln reduziert die Flüssigkeit und konzentriert die Aromen.

6.

Die Gemüsemasse mit dem Stabmixer zu einer groben oder feinen Paste pürieren, je nach gewünschter Konsistenz. Manche bevorzugen einen stückigen Pindur, andere mögen ihn samtiger. Den Rotweinessig und das restliche Olivenöl unterrühren und nochmals mit Salz und Pfeffer abschmecken.

7.

Den Pindur weitere 5 Minuten bei niedriger Hitze köcheln lassen, damit sich alle Aromen optimal verbinden können. Dabei aufpassen, dass die Masse nicht anbrennt. Gelegentlich umrühren und bei Bedarf etwas Olivenöl nachgießen, falls die Konsistenz zu fest wird.

8.

Den fertigen Pindur noch heiß in sterilisierte Einmachgläser füllen und sofort verschließen. Durch das heiße Einfüllen entsteht beim Abkühlen ein Vakuum, das den Dip länger haltbar macht. Die Gläser auf den Kopf stellen und vollständig auskühlen lassen. Im Kühlschrank hält sich der Pindur mindestens zwei Wochen.

Tipp vom Chefkoch

Für ein noch intensiveres Raucharoma können die Paprika und Auberginen direkt über offener Flamme oder auf dem Grill geröstet werden. Dabei das Gemüse regelmäßig wenden, bis die Haut rundum verkohlt ist. Wer es schärfer mag, kann eine fein gehackte Chilischote oder etwas Cayennepfeffer hinzufügen. Der Pindur schmeckt übrigens am nächsten Tag noch besser, wenn alle Aromen richtig durchgezogen sind. Servieren Sie ihn bei Zimmertemperatur, nicht direkt aus dem Kühlschrank, damit sich das volle Aroma entfalten kann.

Passende Getränke zum würzigen Balkan-Dip

Zu diesem aromatischen Dip passt hervorragend ein kräftiger Rotwein vom Balkan, beispielsweise ein serbischer Prokupac oder ein mazedonischer Vranec. Diese Rebsorten harmonieren perfekt mit den gerösteten Aromen und der würzigen Note des Pindur. Wer lieber Weißwein bevorzugt, greift zu einem trockenen Sauvignon Blanc, dessen Frische einen schönen Kontrast zur Cremigkeit des Dips bildet. Für Bierliebhaber empfiehlt sich ein dunkles Lager oder ein malzbetontes Bier, das die rauchigen Noten unterstreicht. An heißen Sommertagen passt auch ein gekühlter Ayran, das traditionelle türkische Joghurtgetränk, ausgezeichnet zu diesem mediterranen Aufstrich.

Zusätzliche Info

Die Geschichte des Pindur reicht weit in die kulinarische Tradition des Balkans zurück. Ursprünglich wurde dieser Aufstrich in ländlichen Regionen Serbiens und Mazedoniens zubereitet, um die reiche Gemüseernte des Spätsommers haltbar zu machen. Der Name Pindur leitet sich vermutlich vom türkischen Wort für Tomate ab, was die jahrhundertelange osmanische Prägung der Region widerspiegelt. In vielen Familien wird das Rezept von Generation zu Generation weitergegeben, wobei jede Köchin ihre eigenen Geheimnisse und Variationen pflegt. Traditionell wurde Pindur in großen Mengen hergestellt und in Steinguttöpfen gelagert, um die Familie durch den Winter zu bringen. Heute erlebt dieser authentische Balkan-Aufstrich eine Renaissance und wird zunehmend als gesunde Alternative zu industriell gefertigten Brotaufstrichen geschätzt. Die Kombination aus Vitaminen, Ballaststoffen und gesunden Fetten macht Pindur nicht nur geschmacklich, sondern auch ernährungsphysiologisch wertvoll.

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