Knusprige Kartoffeln aus dem Airfryer gehören zu den beliebtesten Alltagsgerichten, die der Heißluftfritteusen-Boom der letzten Jahre hervorgebracht hat. Weniger Fett, kurze Garzeit, kaum Aufwand – die Versprechen klingen überzeugend. Doch wer sich für ein Gerät entscheiden soll, steht schnell vor einer echten Frage: Ninja oder Philips? Beide Marken dominieren den Markt, beide haben treue Anhänger, und beide liefern – zumindest auf dem Papier – beeindruckende Spezifikationen.
Im Frühling 2026 wird diese Frage besonders relevant: Die ersten neuen Kartoffelsorten der Saison füllen die Regale, festkochende Frühkartoffeln mit ihrer dünnen Schale und ihrem nussigen Aroma eignen sich ideal für einen direkten Gerätetest. Dieser Vergleich schaut genau hin – auf Technik, Ergebnis, Bedienung und die kleinen Unterschiede, die im Alltag den entscheidenden Unterschied machen.
Die kandidaten im überblick
Auf der einen Seite steht der Ninja Foodi MAX, ein Gerät, das mit großem Fassungsvermögen, hoher Wattzahl und einer Vielzahl an Voreinstellungen punktet. Auf der anderen Seite der Philips Airfryer XXL HD9650, ein Klassiker mit dem patentierten Rapid Air-System – einer Technologie, bei der heiße Luft in einem Sternenförmigen Muster zirkuliert und eine besonders gleichmäßige Bräunung erzeugen soll. Beide Geräte liegen preislich im gehobenen Mittelfeld, zwischen 150 und 250 Euro je nach Modell und Händler.
| Kriterium | Ninja Foodi MAX | Philips XXL HD9650 |
|---|---|---|
| Fassungsvermögen | ~7,5 Liter | ~7,3 Liter |
| Leistung | ~2400 Watt | ~2200 Watt |
| Max. Temperatur | 240 °C | 200 °C |
| Vorheizen nötig? | Nein (Schnellstart) | Empfohlen (~3 Min.) |
| Korbform | Rechteckig, zweiteilig | Rund, einteilig |
| Reinigung | Spülmaschinenfest | Spülmaschinenfest |
| Preis (ca.) | ~200–250 € | ~170–220 € |
Das kartoffel-testsetup
Für einen aussagekräftigen Vergleich wurden beide Geräte unter identischen Bedingungen getestet. Verwendet wurden festkochende Frühkartoffeln, gleichmäßig in ~1,5 cm dicke Spalten geschnitten, mit 1 Esslöffel Rapsöl, Meersalz und frisch gemahlenem schwarzem Pfeffer vermengt. Keine Panade, keine Stärke – der Test sollte die Heißluft-Technologie in ihrer reinsten Form beurteilen.
Getestet wurden zwei Szenarien: einmal 500 g Kartoffelspalten als mittlere Füllung, einmal die volle Kapazität mit 1 kg. Die Temperatur wurde jeweils auf 190 °C eingestellt, die Garzeit auf 22 Minuten mit einer Wendepause nach 11 Minuten. Beide Geräte wurden vor dem Test mindestens 30 Minuten getrocknet, um identische Ausgangsbedingungen zu schaffen.
Ergebnis bei mittlerer füllung (500 g)
Hier liefern beide Geräte starke Ergebnisse – mit spürbaren Nuancen. Der Ninja erreicht seine Betriebstemperatur schneller und produziert bei 500 g Kartoffeln eine intensivere, ungleichmäßigere Bräunung: Die Stücke am Rand werden knuspriger, jene in der Mitte des rechteckigen Korbs bleiben etwas weicher. Wer zwischendurch schüttelt oder wendet, gleicht das aus – wer es vergisst, bekommt ein zweigeteiltes Ergebnis.
Der Philips zeigt hier seine Stärke: Das Rapid Air-System verteilt die Hitze spürbar homogener. Die Kartoffelspalten bräunen gleichmäßiger über den gesamten Korb, die Textur ist einheitlich – außen eine dünne, goldbraune Kruste, innen noch feucht und weich. Wer Wert auf Konsistenz legt, liegt mit dem Philips bei dieser Füllmenge vorn.
Ergebnis bei voller kapazität (1 kg)
Das Bild dreht sich leicht. Mit 1 kg Kartoffeln gerät der Philips an seine Grenzen: Der runde Korb lässt sich schwieriger schichten, die Stücke liegen enger aufeinander, und die Luftzirkulation wird merklich beeinträchtigt. Die unteren Lagen bleiben stellenweise weich, während die oberen bereits Farbe annehmen. Das Wenden-Intervall wird hier noch wichtiger.
Der Ninja profitiert bei großer Menge von seinem rechteckigen, zweigeteilten Korbsystem. Die Kartoffeln verteilen sich flacher, die heiße Luft erreicht mehr Oberfläche. Das Ergebnis: gleichmäßigere Bräunung auch bei hoher Kapazität, mit einer etwas rustikaleren, kräftigeren Kruste. Für Haushalte, die regelmäßig für vier oder mehr Personen kochen, hat der Ninja hier einen klaren Vorteil.
Bedienung, reinigung und alltag
Der Philips setzt auf ein schlichtes Bedienfeld mit wenigen Tasten – intuitiv, schnell verstanden, ohne Schnörkel. Die Reinigung des einteiligen Korbs ist unkompliziert, keine versteckten Winkel, die Hartnäckiges festhalten. Der Ninja bietet mehr Einstellmöglichkeiten, mehrere Garmodi (Grillen, Backen, Warmhalten) und ein digitales Display, das anfangs etwas Einarbeitung verlangt. Der Korb lässt sich in zwei Teile zerlegen, was die Reinigung bei starker Verschmutzung erleichtert, aber auch mehr Einzelteile bedeutet.
Im Dauerbetrieb ist der Ninja geringfügig lauter, besonders bei hoher Temperatur. Der Philips arbeitet dezenter – kein entscheidender Unterschied, aber im offenen Wohnküchenbereich wahrnehmbar.
Welches gerät für wen?
Die Antwort hängt vom eigenen Kochstil ab. Wer vor allem für zwei bis drei Personen kocht, Wert auf gleichmäßige Ergebnisse legt und ein Gerät bevorzugt, das ohne lange Einarbeitung funktioniert, ist mit dem Philips XXL besser bedient. Die Luftzirkulation ist bei mittlerer Füllung kaum zu schlagen, die Handhabung ist selbsterklärend.
Wer größere Mengen zubereitet, gern experimentiert, verschiedene Garmethoden in einem Gerät vereinen möchte und bereit ist, sich mit den Einstellungen zu beschäftigen, bekommt mit dem Ninja Foodi MAX das vielseitigere Werkzeug. Die höhere Maximaltemperatur von 240 °C eröffnet zudem Möglichkeiten jenseits der klassischen Kartoffel – etwa für das schnelle Überbacken oder das Grillen dünner Gemüsescheiben.
Mein tipp aus der praxis
Unabhängig vom Gerät gilt für perfekte Airfryer-Kartoffeln eine Regel: Die Stücke müssen trocken in den Korb. Nach dem Schneiden die Kartoffeln kurz mit einem Küchentuch abtupfen, dann erst das Öl dazugeben. Feuchtigkeit ist der Feind der Kruste – sie erzeugt Dampf statt Hitze. Im Frühling lohnt es sich außerdem, auf Kartoffeln mit dünner Schale zu setzen: Sie schälen sich leichter, und die Schale wird im Airfryer herrlich papierknusprig, ohne bitter zu werden.
Rezeptbasis: klassische airfryer-kartoffelspalten
| Vorbereitung | 10 Min. |
| Garzeit | 22 Min. |
| Portionen | 2–4 Personen |
| Schwierigkeit | Einfach |
| Kosten | € |
| Saison | Frühkartoffeln (April–Juni) |
Passt für: Vegetarisch · Vegan · Glutenfrei · Laktosefrei
- 750 g festkochende Frühkartoffeln, gründlich gewaschen
- 1,5 EL Rapsöl oder mildes Olivenöl
- 1 TL Meersalz
- ½ TL geräuchertes Paprikapulver
- ½ TL Knoblauchpulver
- Frisch gemahlener schwarzer Pfeffer nach Geschmack
- Optional: frischer Rosmarin, grob gehackt
Die Kartoffeln mit Schale in gleichmäßige Spalten von etwa 1,5 cm Dicke schneiden. Mit einem Küchentuch gründlich trockentupfen. In einer Schüssel mit Öl, Salz, Paprika, Knoblauchpulver und Pfeffer vermengen. Den Airfryer auf 190 °C vorheizen (beim Philips empfohlen, beim Ninja direkt starten). Die Kartoffeln in einer möglichst flachen Schicht in den Korb geben. Bei 22 Minuten garen, nach 11 Minuten schütteln oder wenden. Die Spalten sind fertig, wenn die Außenseite goldbraun und fest, die Innenseite beim Einstechen mit der Messerspitze noch leicht nachgibt.
Nährwerte (pro Portion, ca. 185 g, Richtwerte)
| Nährstoff | Menge |
|---|---|
| Kalorien | ~195 kcal |
| Kohlenhydrate | ~32 g |
| davon Zucker | ~1,5 g |
| Eiweiß | ~4 g |
| Fett | ~6 g |
| Ballaststoffe | ~3 g |
Häufige fragen
Muss ich die Kartoffeln vorher kochen oder einweichen?
Nein – bei Frühkartoffeln ist das nicht nötig. Ihr hoher Wassergehalt und die dünne Schale machen sie direkt airfryer-tauglich. Wer allerdings ältere, mehligere Kartoffeln verwendet, kann die Spalten 15 Minuten in kaltem Wasser einweichen und dann gut trockentupfen, um überschüssige Stärke zu entfernen und die Kruste zu verbessern.
Wie verhindere ich, dass die Kartoffeln aneinander kleben?
Der häufigste Fehler ist zu viel Öl in Kombination mit zu viel Füllung. Das Öl sollte die Stücke nur leicht überziehen, nicht tränken. Zudem den Korb nicht überfüllen: Lieber zwei Durchgänge mit halber Menge machen als eine große, dicht gepackte Portion, bei der die Luftzirkulation blockiert wird.
Kann ich tiefgekühlte Kartoffelspalten im Airfryer zubereiten?
Ja – tiefgekühlte Kartoffelspalten funktionieren gut, brauchen aber rund 5–7 Minuten länger und eine etwas höhere Temperatur (200 °C). Nicht auftauen, direkt aus dem Gefrierfach in den vorgeheizten Korb geben. Die Kruste wird etwas dünner als bei frischen Kartoffeln, bleibt aber knusprig.
Lässt sich das Ergebnis noch knuspriger machen?
Wer eine besonders krachende Kruste möchte, kann die geschnittenen Kartoffeln vor dem Würzen mit 1 Teelöffel Maisstärke bestäuben. Die Stärke bindet Feuchtigkeit an der Oberfläche und erzeugt beim Garen eine merklich knusprigere Schicht. Diesen Trick kennen viele Restaurants – er funktioniert mit beiden Geräten zuverlässig.
Welches Gerät ist besser geeignet, wenn ich auch Fisch oder Hähnchen zubereiten möchte?
Für vielseitige Nutzung ist der Ninja Foodi MAX im Vorteil: Die höhere Maximaltemperatur und die verschiedenen Garmodi (Grillen, Backen, Braten) machen ihn flexibler für unterschiedliche Lebensmittel. Der Philips ist der zuverlässigere Spezialist für gleichmäßiges Frittieren und Garen – für Hähnchen und Fisch funktioniert er ebenfalls gut, bietet aber weniger Programmvielfalt.



