Die Berliner gehören zu den beliebtesten Gebäckstücken in Deutschland, besonders zur Karnevalszeit. Traditionell in der Fritteuse zubereitet, lassen sich diese luftigen Hefebällchen mittlerweile auch im Airfryer herstellen – mit deutlich weniger Fett und ohne unangenehme Gerüche in der Küche. Das Ergebnis überzeugt: außen goldbraun und knusprig, innen fluffig und weich. Mit dieser Methode gelingt das beliebte Schmalzgebäck garantiert, auch ohne professionelle Ausstattung. Die Zubereitung im Heißluftgerät erfordert lediglich etwas Geduld beim Gehen lassen des Teigs, belohnt aber mit einem authentischen Geschmackserlebnis. Ob gefüllt mit Marmelade, Pflaumenmus oder Vanillecreme – die Variationsmöglichkeiten sind vielfältig.
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Zutaten
Utensilien
Zubereitung
1. Vorbereitung des hefeteigs
Erwärmt die milch in einem kleinen topf auf etwa 37 grad celsius – sie sollte lauwarm sein, nicht heiß. Gebt die milch in eine große rührschüssel und löst darin die trockenhefe und einen teelöffel zucker auf. Lasst diese mischung etwa 5 minuten stehen, bis sie leicht schäumt. Das zeigt, dass die hefe aktiv ist und zu arbeiten beginnt. Dieser prozess wird als aktivieren der hefe bezeichnet und ist wichtig für ein gutes aufgehen des teigs.
2. Teig kneten
Fügt nun das mehl, den restlichen zucker, das eigelb, die weiche butter, das salz, den vanillezucker und die abgeriebene zitronenschale zur hefemischung hinzu. Verknetet alle zutaten zunächst mit einem holzlöffel, dann mit den händen oder einer küchenmaschine mit knethaken etwa 8 bis 10 minuten lang zu einem glatten, elastischen teig. Der teig sollte sich vom schüsselrand lösen und leicht klebrig sein. Falls er zu fest ist, gebt noch einen esslöffel milch hinzu.
3. Erste gehphase
Formt den teig zu einer kugel und legt ihn zurück in die leicht geölte schüssel. Deckt die schüssel mit einem sauberen küchentuch ab und lasst den teig an einem warmen, zugfreien ort etwa 60 minuten gehen, bis er sich deutlich vergrößert hat und sein volumen verdoppelt hat. Ein warmer ort kann zum beispiel ein leicht angewärmter backofen oder ein platz in der nähe der heizung sein.
4. Teig ausrollen und formen
Nachdem der teig aufgegangen ist, drückt ihn vorsichtig zusammen, um die luft herauszulassen. Rollt den teig auf einer leicht bemehlten arbeitsfläche etwa 1,5 zentimeter dick aus. Stecht mit einem glas oder einem runden ausstecher kreise mit etwa 7 zentimeter durchmesser aus. Legt die teigkreise auf ein mit backpapier ausgelegtes blech und deckt sie erneut ab.
5. Zweite gehphase
Lasst die rohlinge nochmals 30 minuten an einem warmen ort gehen. Sie sollten dabei nochmals leicht aufgehen und luftig werden. Diese zweite ruhephase ist entscheidend für die fluffige konsistenz der berliner.
6. Airfryer vorbereiten
Heizt den airfryer auf 160 grad celsius vor. Bestreicht die rohlinge vorsichtig mit etwas pflanzenöl, damit sie im airfryer eine schöne farbe bekommen. Das öl ersetzt das frittierfett und sorgt für die typische goldbraune oberfläche.
7. Backen im airfryer
Legt die berliner-rohlinge mit ausreichend abstand in den korb des airfryers – sie brauchen platz zum aufgehen. Backt sie bei 160 grad etwa 6 minuten, dreht sie dann vorsichtig um und backt sie weitere 6 minuten, bis sie rundherum goldbraun sind. Arbeitet in mehreren durchgängen, falls nicht alle rohlinge gleichzeitig in den airfryer passen.
8. Abkühlen lassen
Nehmt die berliner aus dem airfryer und lasst sie auf einem kuchengitter vollständig abkühlen. Sie sollten handwarm sein, bevor ihr sie füllt, damit die füllung nicht ausläuft oder zu flüssig wird.
9. Füllen der berliner
Füllt die marmelade oder konfitüre in einen spritzbeutel mit langer, dünner tülle. Stecht mit der tülle seitlich in jeden berliner und spritzt vorsichtig etwa einen esslöffel füllung hinein. Ihr spürt, wenn der berliner gefüllt ist, da er sich leicht aufbläht. Die tülle sollte lang genug sein, um die füllung in die mitte des gebäcks zu bringen.
10. Bestäuben und servieren
Bestäubt die gefüllten berliner großzügig mit puderzucker. Dafür könnt ihr ein feines sieb verwenden, um eine gleichmäßige schicht zu erhalten. Die berliner sind nun servierbereit und schmecken am besten noch am selben tag.
Tipp vom Chefkoch
Achtet darauf, dass die milch wirklich nur lauwarm ist. Zu heiße flüssigkeit würde die hefe abtöten und der teig würde nicht aufgehen. Falls ihr keinen spritzbeutel mit langer tülle habt, könnt ihr die berliner auch vor dem backen mit einem klecks marmelade füllen. Dafür legt ihr etwas füllung auf einen teigkreis, deckt ihn mit einem zweiten ab und drückt die ränder gut fest. Diese methode erfordert etwas übung, funktioniert aber auch. Für eine schokoladige variante könnt ihr die berliner mit nutella oder einer anderen nuss-nougat-creme füllen. Experimentiert auch mit verschiedenen marmeladensorten wie himbeer, aprikose oder erdbeere. Die berliner lassen sich einfrieren und bei bedarf im backofen bei niedriger temperatur wieder aufwärmen.
Die passende begleitung zum berliner
Zu diesem traditionellen gebäck passt hervorragend ein heißer kaffee oder cappuccino, dessen leichte bitterkeit die süße der berliner ausgleicht. Auch ein schwarzer tee mit etwas milch harmoniert wunderbar mit dem hefeteig. Für kinder oder nachmittags bietet sich kakao oder heiße schokolade an. In der karnevalszeit wird in manchen regionen auch gerne ein glas sekt oder prosecco dazu gereicht, um die festliche stimmung zu unterstreichen. Wer es alkoholfrei mag, greift zu apfelsaft oder einem fruchtigen eistee.
Zusätzliche Info
Die berliner, auch als krapfen in süddeutschland und österreich oder pfannkuchen in berlin bekannt, haben eine lange tradition in der deutschen backkultur. Ursprünglich wurden sie bereits im mittelalter zubereitet, gewannen aber besonders zur faschings- und karnevalszeit an bedeutung. Der legende nach soll ein berliner zuckerbäcker im 18. jahrhundert, der als kanonier unter friedrich dem großen diente, aber wegen seiner untauglichkeit als feldkoch eingesetzt wurde, diese gebäckstücke erfunden haben. Da er keine gewöhnlichen kugeln schießen konnte, formte er teigkugeln und buk sie in siedendem fett – die berliner pfannkuchen waren geboren. Traditionell werden berliner in schweineschmalz ausgebacken, was ihnen ihren charakteristischen geschmack verleiht. Die moderne zubereitung im airfryer ist eine gesündere alternative, die trotzdem ein authentisches ergebnis liefert. In verschiedenen regionen deutschlands gibt es unterschiedliche füllungen und bezeichnungen für dieses beliebte gebäck, was seine kulturelle vielfalt unterstreicht.



