Die Käsespätzle mit Röstzwiebeln gelten als eine der beliebtesten Spezialitäten der süddeutschen und österreichischen Küche. Dieses herzhafte Gericht vereint selbst gemachte Spätzle – eine Art Eiernudeln mit unregelmäßiger Form – mit geschmolzenem Käse und karamellisierten Zwiebeln zu einem wahren Gaumenschmaus. Die Zubereitung erfordert zwar etwas Zeit und Geduld, doch das Ergebnis lohnt jeden Aufwand. In dieser ausführlichen Anleitung zeigen wir ihnen Schritt für Schritt, wie sie authentische Käsespätzle von Grund auf zubereiten können. Von der Herstellung des Teigs über das Schaben der Spätzle bis hin zur perfekten Kombination mit würzigem Käse und knusprigen Röstzwiebeln – hier erfahren sie alles, was sie für dieses traditionelle Gericht wissen müssen.
45
30
moyen
€€
Zutaten
Utensilien
Zubereitung
1. den spätzleteig vorbereiten
Geben sie das mehl in eine große schüssel und formen sie in der mitte eine mulde. Schlagen sie die eier hinein und fügen sie das wasser sowie das salz hinzu. Mit einem holzlöffel oder den händen beginnen sie nun, alle zutaten vom rand her zu vermischen. Arbeiten sie dabei kräftig und ausdauernd, denn der teig muss intensiv geschlagen werden. Schlagen sie den teig etwa 5 bis 8 minuten lang, bis er blasen wirft und sich schwer vom löffel löst. Die konsistenz sollte zähflüssig sein und langsam vom löffel gleiten. Reiben sie eine prise muskatnuss über den teig und vermengen sie diese gut. Lassen sie den teig anschließend etwa 15 minuten ruhen, damit das mehl das wasser vollständig aufnehmen kann.
2. wasser zum kochen bringen
Füllen sie einen großen topf mit reichlich wasser und fügen sie großzügig salz hinzu. Das wasser sollte etwa so salzig schmecken wie meerwasser. Bringen sie das wasser zum kochen und reduzieren sie dann die hitze, sodass es nur noch leicht siedet. Ein zu starkes sprudeln würde die spätzle beim schaben beschädigen.
3. spätzle schaben
Befeuchten sie den spätzlehobel oder die spätzlepresse mit kaltem wasser, damit der teig nicht kleben bleibt. Geben sie eine portion teig auf den hobel und schaben sie ihn mit gleichmäßigen, schnellen bewegungen ins siedende wasser. Die spätzle steigen nach kurzer zeit an die oberfläche. Lassen sie sie noch etwa 2 bis 3 minuten im wasser ziehen, bis sie gar sind. Mit einer schaumkelle heben sie die fertigen spätzle heraus und legen sie in eine schüssel mit etwas butter, damit sie nicht zusammenkleben. Wiederholen sie den vorgang, bis der gesamte teig verarbeitet ist.
4. zwiebeln karamellisieren
Schälen sie die zwiebeln und schneiden sie sie in feine ringe. Erhitzen sie das pflanzenöl zusammen mit einem esslöffel butter in einer großen pfanne bei mittlerer hitze. Geben sie die zwiebelringe hinein und braten sie diese unter regelmäßigem rühren etwa 15 bis 20 minuten lang. Die zwiebeln sollten goldbraun und knusprig werden. Achten sie darauf, dass sie nicht verbrennen, sondern langsam karamellisieren. Nehmen sie die röstzwiebeln aus der pfanne und lassen sie sie auf küchenpapier abtropfen.
5. käsespätzle schichten
Heizen sie den backofen auf 180 grad celsius vor. Buttern sie eine große auflaufform aus. Geben sie eine schicht der gekochten spätzle in die form und bestreuen sie diese großzügig mit der käsemischung aus emmentaler und bergkäse. Wiederholen sie diesen vorgang, bis alle spätzle und der käse aufgebraucht sind. Die oberste schicht sollte käse sein. Verteilen sie die restliche butter in kleinen flöckchen über die oberfläche.
6. im ofen überbacken
Stellen sie die auflaufform in den vorgeheizten backofen und lassen sie die käsespätzle etwa 10 bis 15 minuten überbacken, bis der käse vollständig geschmolzen und leicht gebräunt ist. Der käse sollte schön verlaufen und die spätzle miteinander verbinden.
7. anrichten und servieren
Nehmen sie die käsespätzle aus dem ofen und verteilen sie die knusprigen röstzwiebeln großzügig über die oberfläche. Waschen sie den schnittlauch, tupfen sie ihn trocken und schneiden sie ihn in feine röllchen. Bestreuen sie die käsespätzle mit dem frischen schnittlauch. Würzen sie bei bedarf noch mit frisch gemahlenem pfeffer nach. Servieren sie das gericht sofort, solange der käse noch heiß und geschmolzen ist.
Tipp vom Chefkoch
für einen besonders intensiven geschmack können sie verschiedene käsesorten kombinieren. Probieren sie eine mischung aus emmentaler, bergkäse und allgäuer käse. je älter der käse, desto würziger wird das gericht. wenn sie keine spätzlepresse oder keinen spätzlehobel besitzen, können sie den teig auch mit einem messer von einem nassen brett direkt ins wasser schaben. diese traditionelle methode erfordert etwas übung, verleiht den spätzle aber eine besonders authentische form. um zeit zu sparen, können sie die spätzle am vortag zubereiten und im kühlschrank aufbewahren. vor dem überbacken sollten sie diese dann kurz in heißem wasser erwärmen. für eine vegetarische variante mit extra geschmack fügen sie gebratene champignons oder lauch zwischen die spätzleschichten hinzu.
weinempfehlung für käsespätzle
Zu diesem herzhaften gericht empfiehlt sich ein trockener weißwein aus der region. Ein silvaner aus franken oder ein grauburgunder aus baden harmonieren perfekt mit dem würzigen käse und den süßlichen röstzwiebeln. Die frische säure des weins schneidet durch die reichhaltigkeit des gerichts und reinigt den gaumen. Alternativ passt auch ein müller-thurgau oder ein junger riesling hervorragend. Wer lieber bier trinkt, sollte zu einem hellen lagerbier oder einem weizenbier greifen, das die süddeutsche tradition des gerichts unterstreicht.
Zusätzliche Info
Die käsespätzle haben ihre wurzeln im schwäbischen raum und in vorarlberg, wo sie seit jahrhunderten als sättigendes gericht für bauern und handwerker zubereitet werden. Der name spätzle leitet sich vom schwäbischen wort für kleine spatzen ab, da die form der nudeln an kleine vögel erinnert. Traditionell wurden käsespätzle in der alpinen region zubereitet, wo käse reichlich vorhanden war und als wichtige proteinquelle diente. Das gericht galt lange als arme-leute-essen, da es aus einfachen, erschwinglichen zutaten besteht. Heute ist es eine anerkannte spezialität, die in restaurants und gasthäusern in ganz süddeutschland, österreich und der schweiz serviert wird. In vorarlberg gibt es sogar spezielle käsespätzlefeste, bei denen verschiedene variationen des gerichts gefeiert werden. Die röstzwiebeln wurden später als verfeinerung hinzugefügt und sind heute ein unverzichtbarer bestandteil des klassischen rezepts.



